Letztes Wochenende waren wir mal richtig verschwenderisch und haben uns einen Tag Urlaub genommen - bei nur 10 Tagen pro Jahr (autsch!) will sowas gut überlegt sein. Zusammen mit unserem freien Freitag hatten wir somit ein vier-Tage-Wochenende und sind in den BigBend Nationalpark im Westen Texas' gefahren. Zum Wandern. Selber Bundesstaat - kein Problem, liegt dann ja wohl gleich um die Ecke. Nicht ganz. Als wir uns am Donnerstag Nachmittag auf den Weg gemacht haben, lagen rund 10 Stunden Fahrt vor uns. Nachdem wir Houston und damit den Feierabendverkehr (und -stau) hinter uns gelassen hatten, ging es für amerikanische Verhältnisse recht zügig voran (80 Meilen pro Stunde, so ziemlich das schnellste, was man in den USA legal fahren darf). Auf quasi menschenleeren Highways gen Westen:


Nachts um halb zwölf haben wir dann in Sonora Station gemacht, einem kleinen Kaff (verzeihung, kommt jemand von da?), das quasi nur aus Motels und Tankstellen besteht. Nach drei weiteren Stunden Autofahrt am nächsten Morgen haben wir dann endlich den BigBend National Park erreicht

Im Visitor's Center haben wir uns unsere "Backcountry Permit" abgeholt, also die Erlaubnis uns wie Hinterweltler zu benehmen und dort auch zu campieren. Erstaunlicherweise mussten wir dabei genau angeben, in welchen Nächten wir an welchen Orten zelten wollen. Hmm, mit so viel Bürokrtie hatten wir an der Stelle nicht gerechnet. Naja, wie auch immer, anschließend haben wir Wasser deponiert, an einer Stelle unserer geplaten Rundtour, die mit dem Auto zugänglich ist. Weil, der größte Teil des Nationalparks ist nämlich quasi Wüste, also auf Deutsch gesagt furztrocken, so daß man selbst für genügend Wasser sorgen muß. Mittags gings dann endlich zu Fuß los. Zunächst durch den Nordteil des Parks, die "High Chisos Mountains", die noch ziemlich bewachsen sind, weil dort der wenige Niederschlag fällt.




Die nächste Tagesetappe führte uns dann aber über den Südrand der Chisos, ins erwähnte Backcountry. Dort ist die Vegetation deutlich karger und biete überhaupt keinen Schutz mehr vor der sengenden Sonne.
Unser Zeltplatz am zweiten Abend:
Zwar wurde unser Gepäck mit jedem Tag leichter, aber dafür die Wanderer auch immer müder. Scheinbar sind wir ein bischen aus der Übung.
Letztendlich haben wir es dann aber doch geschafft das Ziel, unsern geparkten Wagen zu erreichen. Dort gabs endlich frische Sachen und zumindest eine Katzenwäsche im Waschbecken der Rangerstation.

Und weil's quasi um die Ecke lag, haben wir noch einen Abstecher zum Rio Grande gemacht, also zum Grenzfluß zwischen Mexico und den USA. Ich muß sagen, wir waren einigermaßen enttäuscht. So richtig "Grande" ist der gar nicht. Okay, schon ein bischen größer als die Aa oder die Lippe, aber ansonsten eher ein Rio Pequeño.
Anschließend gings wieder zurück nach Hause - wieder 10 Stunden. Boah, ist das Langweilig. Montag Nachmittag waren wir zurück in Houston - reif für den Urlaub vom Urlaub, um den Muskelkater auszukurieren.
Mittlerweile ist Freitag und wir können sogar schon wieder aufrecht laufen.
Aber nicht, daß Ihr jetzt denkt, ich will bloß rumqängeln. Neinein. Das war ein toller Trip und auch wenn wir hinter ziemlich k.o. waren, hat's uns richtig Spaß gemacht.
Bis die Tage! Diesen Eintrag drucken
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